Helmut Kabus verabschiedet sich von der Stadtmusik Bad Saulgau beim Jahreskonzert 2019

In der Funktion als erster Vorsitzender wird Helmut Kabus beim Jahreskonzert der Stadtmusik Bad Saulgau am kommenden Samstag, 13. April 2019, um 20.00 Uhr in der Stadthalle Bad Saulgau zum letzenmal die vielen Zuhörer begrüßen. Zu den Beweg- und Hintergründen hat ihm Roland Mutschler einige Fragen gestellt.

Herr Kabus, am kommenden Samstag werden Sie zum letztenmal die Begrüßung der Zuhörer in der Stadthalle beim Jahreskonzert der Stadtmusik Bad Saulgau übernehmen. Wie kam´s zu diesem Entschluss?

Der Entschluss ist schon lange gereift. Fast schon passend zum 1200-Jahr-Jubiläum meiner Heimatstadt Bad Saulgau werde ich nach 20 Jahren meine Vorstandstätigkeit bei der Stadtmusik Bad Saulgau beenden.

Gibt es besondere Gründe für Ihre Entscheidung?

Obwohl in vielen Vereinen – zu meinem Leidwesen – die Wechsel in der Vorstandschaft viel zu oft in Streitereien und persönlichen Animositäten begründet sind, ist bei der Stadtmusik gerade das Gegenteil der Fall. Zusammenhalt, Harmonie und gegenseitiges Vertrauen waren in all den Jahren geradezu vorbildlich in diesem Verein. Man hat oft und viel diskutiert, aber immer um der Sache willen. Zwanzig Jahre sind eine lange Dauer in einem Vorstandsamt, ich wurde in der Zeit auch nicht jünger, also keinerlei „besondere“ Gründe.

Sie sind als Multifunktionstalent bekannt in der Stadt, der viele Ehrenämter bekleidet oder bekleidet hat – Gemeinderat, Vorstand der Baugenossenschaft, Vorsitzender im UBS und viele mehr. Wie war die Zeit bei der Stadtmusik?

Eines vorneweg: die Stadtmusik Bad Saulgau ist ein Paradebeispiel dafür, wie lange die Positionen in der Führungsetage ausgeübt werden und werden können. Mein Vorgänger Schorsch Reichert war 25 Jahre im Amt, ich als Nachfolger jetzt 20 Jahre. Der Vorgänger vom jetzigen Musikdirektor Stefan Leja, der schon bald 20 Jahre in Bad Saulgau sein wird, war Josef Zeitler mit 30 Dienstjahren. Wenn der Begriff Nachhaltigkeit auch oft bemüht wird, bei der Stadtmusik Bad Saulgau wurde er schon immer besonders gepflegt.

Welche Gefühle begleiten Sie beim Abschied von der Stadtmusik Bad Saulgau?

Ich verlasse diesen Verein mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Nach zwei Jahrzehnten ist man ganz eng mit diesem Verein zusammengewachsen und die Arbeit hat mir immer großes Vergnügen bereitet. Ein so gut strukturierter Verein ist wohl selten anzutreffen, alle ziehen an einem Strang, jeder hilft mit und trotz vieler Entscheidungen, Proben, Auftritten und natürlich auch kleiner Problemchen ist die Kameradschaft immer mit im Vordergrund gestanden. Da fällt einem der Abschied als Vorstand tatsächlich schwer, wobei ich „meiner“ Stadtmusik auch in Zukunft, in welcher Form auch immer, sehr verbunden bleiben werde.

Gab es besondere Höhepunkte oder Rückschläge in Ihrer Amtszeit?

Hier alles aufzuzählen, dafür fehlt mit Sicherheit der Platz. Besonders traurig war es natürlich immer, wenn der musikalische Einsatz auf dem Friedhof stattgefunden hat, weil ein aktiver Musiker, ein verdientes Mitglied oder Freunde und Gönner der Stadtmusik Bad Saulgau zu Grabe getragen worden sind. Die vielen Auszeichnungen der Stadtmusik bei Wertungsspielen, das alljährliche Jahreskonzert, die Anschaffung neuer Uniformen, die hervorragende Jugendarbeit und die vielen Einsätze der Musikerinnen und Musiker in unserer Heimatstadt Bad Saulgau haben mich als erster Vorstand nicht nur glücklich gemacht, sondern gelegentlich auch sehr stolz.

Gibt es ein besonderes Anforderungsprofil für einen Nachfolger?

Die Musiker im Allgemeinen, die in der Stadtmusik Bad Saulgau im Besonderen, sind keine komplizierten Menschen. Sie lieben ihr Hobby, hauen sich mit Feuereifer in die viele Probenarbeit und sind bei den Auftritten immer froh gelaunt und beste Werbung für die Stadt Bad Saulgau. Da sitzen der Tierarzt und der Koch, der Schulleiter und der Ingenieur, die 14jährige Schülerin und der 72jährige Rentner, die Frau Doktor und der Prokurist, der Lehrling und der Beamte, die Kindergärtnerin und der selbständige Handwerksmeister und der Polizist und der Student in einem Orchester und frönen gemeinsam in bester Harmonie ihrem geliebten Hobby Blasmusik. Die hochqualifizierte musikalische Leitung mit Musikdirektor Stefan Leja und höchst motivierte Vorstands- und Ausschusskollegen sind weitere Garanten für die großartigen Erfolge der Stadtmusik. Diese fantastische Mischung zusammen zu halten, ist zwar nicht die einzigste Aufgabe meines Nachfolgers, aber eine der wichtigsten.

Herr Kabus, lieber Helle, vielen herzlichen Dank für das Gespräch.

 

 

 

 

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